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Freiwillige Feuerwehr Rodewald
Fachzug Rüst/Rettung
Fachzug Rüst/Rettung
© Uwe Schiebe, Kreispressewart-Nord
WLF mit AB-Rüst-Rettung
Um den besonderen Anforderungen bei Großschadenslagen besser gewappnet zu sein, beschafften die Verantwortlichen des Landkreises Nienburg/ Weser nach einer intensiven Planung das Wechselladerfahrzeug mit dem Abrollbehälter Rüst/ Rettung. Zum Aufgabengebiet gehört die erweiterte technische Hilfeleistung und der Aufbau eines Behandlungsplatzes bei MANV - Einsätzen (Massenanfall von Verletzten). Führungskräfte der Kreisfeuerwehr bestückten zusammen mit Vertretern der im Landkreis Nienburg tätigen Hilfsorganisationen den Abrollbehälter nach diesen Bedürfnissen. Der Abrollbehälter und das Trägerfahrzeug sind an der FTZ (Feuerwehrtechnischen Zentrale) in Nienburg beheimatet. Die Wartung und Pflege der Ausrüstung übernimmt der ABC-Zug, der ebenfalls dort stationiert ist. Ein speziell gegründeter Fachzug für den Abrollbehälter (AB) Rüst/Rettung ist auf die Gerätschaften ausgebildet worden, um im Ernstfall schlagkräftig agieren zu können. Zu diesem Fachzug gehören Feuerwehrleute (SB) aus den Feuerwehren Wietzen, Buchhorst-Behlingen- Mehlbergen, Balge-Holzbalge-Sebbenhausen, Steyerberg und Deblinghausen. Diese Wehren nehmen zusätzlich zu ihren regulären Diensteinheiten regelmäßig an den theoretischen und praktischen Ausbildungsveranstaltungen teil, wobei hier Wert auf die besonderen Einsatzlagen gelegt wird. Einmal im Jahr wird versucht, einen Spezialausbilder zu gewinnen, der dann mit den Kameraden Bus – und LKW Rettung oder zum Beispiel das Anheben von großen Fahrzeugen übt.. Die Zugführer der Einheit sind Stefan Rickert (FF Wietzen) und Uwe Häsemeyer (FF Steyerberg). Bei Alarmierungen des Fachzuges  Rüst/ Rettung fährt der ABC- Zug das Wechselladerfahrzeug mit Container zum Einsatzort und ist für die Ausgabe der Materialien verantwortlich. Die dazugehörigen Feuerwehren besetzen ihre Löschgruppenfahrzeuge und fahren direkt zum Schadensort. . Drei aufblasbare Zelte inklusive Heizstrahler und Beleuchtung, Notfallkoffer, Absaugpumpen, Schleifkorbtragen, Vakuummatratzen sowie Material zur Diagnostik und zur Schienung von Frakturen wurden auf dem Abrollcontainer verlastet und bilden zusammen mit den schnellen Einsatzgruppen von DRK, JUH, DLRG und ASB die medizinische Komponente im MANV - Konzept. Je nach schwere der Verletzungen werden die Patienten nach Ihrer Registrierung auf die Zelte verteilt und für den Abtransport durch den Rettungsdienst stabilisiert. Die Stromversorgung für den Behandlungsplatz stellt das THW mit einem 50 KVA Anhänger sicher. Ab der MANV Stufe 2, dass die Versorgung von mindestens 10 verletzten Personen bedeutet, soll das Fahrzeug eingesetzt werden. Für die technische Hilfeleistung befindet sich ein Abstützsystem von der Firma Holmatro, zwei hydraulische Sätze Schere und Spreizer inklusive   Rettungszylinder, Karlsruher Ringe zur Rettung von verschütteten Personen, mehrere Hebekissen mit einer Hebekraft von bis zu 54 Tonnen, Akkubohrmaschine, Schlagbohrer, einen Plasmaschneider, vier Power Moons, Rettungs- und Kettensägen, Trennschleifer und zwei Arbeitsbühnen auf dem Behälter. Des Weiteren gehören Notstromaggregate und diverse Kleinmaterialien zur Ausstattung. Insgesamt wurde darauf geachtet, dass die Materialien im Container sehr leistungsstark und in ihrer Technik auf dem neuesten Stand sind. Text: ZF Stefan Rickert